Grammarly hat sein umstrittenes Feature „Expert Review" nach massivem Nutzerprotest und der Kritik der angeblichen Experten, deren Profile ohne Einwilligung nachgeahmt wurden, eingestellt. Das kostenpflichtige Tool, welches Schreibvorschläge „inspiriert von führenden Persönlichkeiten" wie Journalistin Kara Swisher und Autor Stephen King anbot, wurde von Swisher öffentlich als „Identitätsdiebstahl" verurteilt, während andere kritisierte, ungewollt in eine KI-Editor-Rolle gedrängt worden zu sein. Grammarly-CEO Shishir Mehrotra räumte die Fehler ein und kündigte eine Überarbeitung mit echter Expertenbeteiligung an, nachdem Grammarlys Ansatz, prominente Namen ohne deren Zustimmung zu nutzen, auf heftige Gegenwehr stieß.
- Grammarly hat das KI-Feature „Expert Review“ gestoppt, nachdem Prominente die ungefragte Nachahmung ihres Stils als Identitätsdiebstahl verurteilten.
- Neben den massiven ethischen Mängeln fiel das Tool auch durch klobige und aufdringliche Textvorschläge negativ auf.
- Der hastige Release verdeutlicht den enormen Relevanzdruck auf Grammarly angesichts übermächtiger Konkurrenten bei KI-Schreibhilfen.
Ethische Blindheit vs. Marktdruck
Der Vorfall deckt ein grundlegendes Problem bei der Implementierung KI-gestützter Assistenzfunktionen auf, insbesondere wenn reale Identitäten ohne rechtliche oder ethische Absicherung zur Legitimation verwendet werden. Trotz eines Disclaimers, der betonte, dass Expertenreferenzen „nur informativen Zwecken" dienten und keine Billigung implizierten, stand dies in direktem Widerspruch zum Produktversprechen und führte zu einem massiven Vertrauensverlust. Neben diesen ethischen Mängeln wies das Feature auch technische Schwächen auf, indem es Stilvorschläge imitiert, die als „klobig, hässlich und aufdringlich" kritisiert wurden. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer „Consent-First-Architektur
❓ Häufig gestellte Fragen
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- Recherche und Analyse durch die Redaktion