Beim Versuch, geleakten Quellcode von Claude Code aus dem Netz zu entfernen, hat Anthropic versehentlich tausende GitHub-Repositories gesperrt — darunter offenbar zahlreiche, die gar keinen geschützten Code enthielten. Das Unternehmen bezeichnete den Vorgang gegenüber TechCrunch als Fehler und zog den Großteil der DMCA-Takedown-Notices zurück.
- Anthropic hat versehentlich tausende GitHub-Repos gesperrt, als es versuchte, geleakten Claude Code zu entfernen.
- Ein menschlicher Fehler in der Release-Pipeline verursachte am 31. März 2026 einen Leak der TypeScript-Quelle von Claude Code Version 2.1.88.
- Der Vorfall wirft Fragen bezüglich der Sicherheit der Release-Pipeline und der Qualitätssicherung im DMCA-Prozess auf.
Vorausgegangen war ein folgenreicher Leak am 31. März 2026: Ein menschlicher Fehler in der Release-Pipeline hatte dazu geführt, dass im npm-Paket Claude Code Version 2.1.88 eine unobfuszierte TypeScript-Quelle über eine Map-Datei referenziert wurde. Sicherheitsforscher Chaofan Shou entdeckte das Leak und machte es öffentlich. Laut verfügbaren Berichten umfasste der exponierte Code rund 512.000 Zeilen aus knapp 2.000 TypeScript-Dateien — das Repository überstieg schnell 84.000 Stars und 82.000 Forks auf GitHub. Anthropic entfernte Version 2.1.88 von npm und rollte auf v2.1.87 zurück. Der anschließende Versuch, die rasante Verbreitung des Codes über DMCA-Notices zu stoppen, traf offensichtlich erheblich zu weit — und beschädigte die Arbeit zahlreicher Entwickler, die nichts mit dem Leak zu tun hatten.
Der Vorfall wirft zwei separate Fragen auf: erstens die zur ursprünglichen Sicherheitspanne in der Release-Pipeline, zweitens die zur Qualitätssicherung im DMCA-Prozess selbst. Automatisierte Takedown-Mechanismen, die bei viraler Verbreitung von Code greifen sollen, sind fehleranfällig — besonders wenn Repositories aufgrund oberflächlicher Übereinstimmungen erfasst werden. Für die Entwickler-Community ist das ein konkreter Schaden: gesperrte Repos bedeuten unterbrochene Workflows, verlorene Sichtbarkeit und im schlimmsten Fall gelöschte Arbeit.
❓ Häufig gestellte Fragen
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