Mike Krieger, Chief Product Officer bei Anthropic und Instagram-Mitgründer, ist am 14. April 2026 aus dem Board of Directors des Design-Tool-Anbieters Figma zurückgetreten – unmittelbar nachdem The Information berichtete, dass Anthropic an einem KI-Design-Tool arbeitet, das mit Figmas Kernprodukt direkt konkurrieren würde. Figma meldete den Rücktritt noch am selben Tag bei der US-Börsenaufsicht SEC. Offiziell lautet die Begründung: kein Dissens mit Figma.
- Anthropic-CPO Mike Krieger ist aus dem Board von Figma zurückgetreten, nachdem Berichte über ein konkurrierendes KI-Design-Tool von Anthropic öffentlich wurden.
- Der Aktienkurs von Figma stürzte als Reaktion auf die mögliche KI-Konkurrenz kurzzeitig ab, was die wachsende Angst vor einer "SaaSpocalypse" unterstreicht.
- Trotz des drohenden Konflikts wächst Anthropic rasant und lehnt aktuell sogar Investorenangebote ab, die das Unternehmen mit 800 Milliarden Dollar bewerten.
Der Interessenskonflikt lag auf der Hand: Krieger war erst vor weniger als einem Jahr in das Figma-Board eingetreten und hatte dort die Brücke zwischen KI-Forschung und Design-Workflows verkörpert. Gleichzeitig leitet er bei Anthropic die neu strukturierte Labs-Einheit, die explizit auf experimentelle, hochriskante Produktentwicklung ausgerichtet ist. Figmas Aktienkurs fiel nach dem Bericht um 9% – ein klares Zeichen, wie ernst Investoren die Bedrohung durch vertikal integrierende KI-Labore nehmen. Die sogenannte „SaaSpocalypse“-These, die befürchtet, dass große KI-Labs etablierte Softwareunternehmen verdrängen, hat den iShares Software-ETF IGV in diesem Jahr bereits rund 18% gekostet.
Anthropic selbst bewegt sich derweil auf einem anderen Bewertungsniveau: Das Unternehmen lehnt laut TechCrunch aktuell Investorenangebote ab, die das Unternehmen mit 800 Milliarden Dollar bewerten – mehr als doppelt so viel wie bei der letzten Finanzierungsrunde im Februar 2026. Ob Anthropic und andere KI-Labore mit eigenen Applikationen die domänenspezifische Nutzererfahrung und die gewachsenen Kundenbeziehungen von Figma tatsächlich ersetzen können, bleibt offen. Figmas Aktienkurs hat sich nach dem ersten Schock um 5% erholt – zumindest vorerst.