Das YC-Startup Delve, das zuvor bereits gefälschte Compliance-Zertifikate vorgeworfen wurden, sieht sich erneut schweren Anschuldigungen gegenüber: Laut TechCrunch hat das Startup das Open-Source-Tool SimStudio seines Kunden Sim.ai als Fork übernommen, nur minimal abgewandelt und unter eigenem Namen als „Pathways" verkauft, ohne Lizenz oder Zustimmung von Sim.ai. Sim.ai-Mitgründer und CEO Emir Karabeg bestätigte, dass keine Lizenzvereinbarung zwischen beiden Unternehmen bestand und er nicht davon ausgegangen sei, dass Delve SimStudio als eigenständige Lösung weiterverkaufen würde, obwohl Sim.ai selbst zahlender Kunde von Delve war.
- Delve, ein YC-Startup, wird beschuldigt, das Open-Source-Tool SimStudio seines Kunden Sim.ai unerlaubt als eigenes Produkt namens „Pathways" verkauft zu haben.
- Die Anschuldigungen beinhalten die Verletzung der Apache-2.0-Lizenz, die eine Namensnennung des Originalentwicklers vorschreibt.
- Die Situation schädigt das Vertrauen in das YC-Netzwerk und zeigt die Risiken einer inkonsistenten Compliance-Praxis auf.
Die Situation ist besonders pikant, da Delve sich als Automatisierungsplattform für Sicherheitszertifizierungen vermarktet und gleichzeitig eine Apache-2.0-Lizenz verletzt haben soll, die lediglich eine Namensnennung des ursprünglichen Entwicklers vorschreibt. Karabeg, der zunächst Solidarität mit Delve zeigte, hat nach den neuen Vorwürfen keinen Kontakt mehr zu den Gründern. Delve hat auf Medienanfragen nicht reagiert und laut TechCrunch Seiten zum „Pathways"-Tool von seiner Website entfernt. Dies geschieht zu einem ungünstigen Zeitpunkt für den YC-Inkubator, da es das Vertrauen innerhalb des Netzwerks untergräbt. Die Affäre entwickelt sich zu einem Lehrstück über die Risiken, wenn Compliance nach innen nicht mit demselben Maßstab gemessen wird wie nach außen.
❓ Häufig gestellte Fragen
📚 Quellen
- TechCrunch, Julie Bort (1. April 2026): The reputation of troubled YC startup Delve has gotten even worse
- DeepDelver / Substack: Delve: Fake Compliance as a Service