Dem Bloomberg-Bericht vom 14. April 2026 zufolge verhandelt das KI-Infrastruktur-Startup Fluidstack über eine neue Finanzierungsrunde von einer Milliarde Dollar, die von Jane Street angeführt werden könnte und das Unternehmen mit 18 Milliarden Dollar bewerten würde. Dies stellt eine mehr als zweifache Steigerung der Bewertung innerhalb weniger Monate dar, nachdem Fluidstack im Dezember 2025 noch mit 7,5 Milliarden Dollar bewertet wurde. Damals nahm das Unternehmen rund 700 Millionen Dollar auf, angeführt vom AGI-fokussierten Fonds Situational Awareness des ehemaligen OpenAI-Forschers Leopold Aschenbrenner. Google hatte ebenfalls im Februar 2026 über eine Investition von 100 Millionen Dollar in diese Runde nachgedacht.
- Das KI-Infrastruktur-Startup Fluidstack steht vor einer neuen Milliarden-Finanzierungsrunde, die den Unternehmenswert auf 18 Milliarden Dollar verdoppeln würde.
- Der wesentliche Treiber für dieses extreme Wachstum ist ein exklusiver 50-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Anthropic zum Bau spezialisierter US-Rechenzentren.
- Dieser Erfolg verdeutlicht eine klare Marktverschiebung, bei der kundenorientierte Neocloud-Anbieter den etablierten Hyperscalern zunehmend Marktanteile abnehmen.
Der Hauptgrund für diesen massiven Bewertungssprung ist der im November 2025 bekannt gegebene Vertrag zwischen Anthropic und Fluidstack im Wert von 50 Milliarden Dollar. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Fluidstack maßgeschneiderte, für Claude-Workloads optimierte Rechenzentren in Texas und New York errichten, die 2026 in Betrieb genommen werden sollen. Fluidstack ist laut TD-Cowen-Bericht vom Oktober 2025 bereits der drittgrößte Cloud-Anbieter bei US-Rechenzentrums-Kapazitätsmieten im dritten Quartal 2025, hinter Oracle und Google, aber vor Amazon und CoreWeave. Die Zahl der Großkunden mit einem Jahresumsatz von über 100.000 Dollar hat sich laut Anthropics Pressemitteilung bis November 2025 fast versechsfacht und umfasst Unternehmen wie Meta, Mistral, Midjourney und Black Forest Labs. Ursprünglich aus Oxford stammend und in London ansässig, verlagerte Fluidstack nach dem Anthropic-Deal seinen Hauptsitz nach New York und zog sich im März 2026 aus einem 10-Milliarden-Euro-KI-Projekt in Frankreich zurück, um sich auf den US-Markt zu konzentrieren.
Dieser Schachzug ist strategisch bemerkenswert, da Anthropic trotz der Nutzung von AWS und Google Cloud eine eigene Infrastrukturschicht mit Fluidstack aufbaut, ähnlich wie OpenAI mit seinem Stargate-Projekt. Spezialisierte Neocloud-Anbieter wie Fluidstack bieten dabei den Vorteil, Gigawatt-Kapazitäten schneller und dediziert bereitzustellen, ohne den Wettbewerb mit allgemeinen Rechenlasten anderer Unternehmenskunden. Für europäische KI-Unternehmen und Entscheider im DACH-Raum signalisiert der Aufstieg von Fluidstack eine grundlegende Verschiebung im Markt: Der Infrastrukturmarkt für KI konsolidiert sich nicht bei den großen Hyperscalern, sondern fragmentiert sich zunehmend in spezialisierte, kundenorientierte Anbieter, was Auswirkungen auf Sourcing-Strategien und Cloud-Verträge hat.