OpenAI-CFO Sarah Friar berichtet seit August 2025 nicht mehr direkt an CEO Sam Altman, sondern an Fidji Simo, die Leiterin des Applications-Bereichs – eine für ein Unternehmen dieser Größenordnung ungewöhnliche Struktur. Laut Berichten von The Information wurde Friar zudem aus einigen wichtigen Finanzmeetings ausgeschlossen, deren Teilnahme für einen CFO als selbstverständlich gilt. Ihre Abwesenheit bei Investorengesprächen wurde intern als "notable and awkward" beschrieben. Friar selbst soll Kollegen mitgeteilt haben, OpenAI sei organisatorisch noch nicht bereit für einen Börsengang 2026 – und habe Zweifel geäußert, ob das nachlassende Umsatzwachstum die enormen Ausgaben für Compute-Ressourcen rechtfertige.
- OpenAI-CFO Sarah Friar wurde aus wichtigen Finanzmeetings ausgeschlossen und berichtet ungewöhnlicherweise nicht mehr direkt an CEO Sam Altman.
- Wegen enormer Ausgaben und gesunkener Margen hält Friar den von Altman für 2026 geplanten Börsengang für noch verfrüht.
- Die internen Führungsquerelen werfen besonders mit Blick auf die ab August 2026 greifenden Verschärfungen des EU AI Acts kritische Fragen zur Governance auf.
Strategischer Dissens: IPO-Zeitplan und Margendruck
Der Konflikt trifft OpenAI in einer finanziell angespannten Phase. Die Margen des Unternehmens sanken 2025 infolge teurer Last-Minute-Zukäufe von Rechenkapazität. Gleichzeitig plant Altman milliardenschwere Investitionen in eigene Rechenzentren – ein Kurs, den Friar nach verfügbaren Berichten kritisch begleitet. Hinzu kommt: Friars direkte Vorgesetzte Fidji Simo befindet sich derzeit im medizinischen Urlaub, was die ohnehin ungewöhnliche Berichtsstruktur weiter kompliziert. OpenAI wird mit rund 852 Milliarden US-Dollar bewertet und strebt laut Altman einen IPO noch 2026 an – ein Zeitplan, den die eigene CFO offenbar für verfrüht hält. Für europäische Investoren und Unternehmen, die OpenAI-Dienste nutzen, ist die Governance-Frage auch unter dem EU AI Act relevant: Ab August 2026 greifen die Hochrisiko-Bestimmungen, die unter anderem Transparenz- und Kontrollpflichten für KI-Anbieter verschärfen – ein weiterer Grund, die interne Führungsstruktur eines zentralen Modellanbieters im Blick zu behalten.
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