Kristin Ginns erster Schritt: Sie hat ihre komplette Geschäftsidee in Copilot eingegeben — inklusive der emotionalen Dimension, den Job zu kündigen — und gefragt, ob das Konzept realistisch ist. Copilot war grundsätzlich ermutigend. Weil sie wusste, dass KI-Modelle dazu neigen, zustimmend zu antworten, wechselte sie sofort zu ChatGPT und fragte gezielt: "Was ist falsch an meiner Idee?" Beide Tools gaben nützliches Feedback, aber keines ließ sich dazu bringen, ihr klar abzuraten.
- Kristin Ginn gründete ihr Beratungsunternehmen innerhalb von 60 Tagen ausschließlich mit den kostenlosen Versionen von Copilot und ChatGPT.
- Durch gezielte KI-Rollenspiele als Führungskraft oder Kreativagentur konnte sie Schwächen ihrer Idee aufdecken sowie ihre Marketingmaterialien optimieren.
- Die KI-Modelle bewahrten sie durch datenbasierte Vorschläge vor zu niedrigen Preisen und empfahlen eine schnelle Verkaufsstrategie über ihr persönliches Netzwerk.
Besonders effektiv war ihr sogenannter "C-Suite Focus Group Mode": Sie instruierte das Modell, die Perspektive eines CEOs eines mittelgroßen Unternehmens einzunehmen, und fragte, wie dieser auf ihr Framework reagieren würde. Dasselbe wiederholte sie für andere Entscheider-Rollen. Der konkrete Erkenntnisgewinn: CFOs wollen den ROI sehen, nicht den qualitativen Menschlichkeitsfaktor. Eine Nuance, die ohne diesen Perspektivwechsel leicht übersehen worden wäre. Dieser Ansatz ist repräsentativ für den aktuellen Markt: Laut einer Studie von BizBuySell aus dem Jahr 2026 nutzen bereits 63 % der kleinen Unternehmen KI-Tools für strategische Entscheidungen.
Für die Erstellung ihrer Geschäftsmaterialien nutzte Ginn denselben Ansatz. Sie instruierte die Tools mit "Du bist eine Kreativagentur mit 25 Jahren Erfahrung" und beschrieb ihre Markenziele: vertrauenswürdig, professionell, nahbar. Das Ergebnis waren iterative Vorschläge für Farbschema, Name und Logo — jedes Mal mit Feedback-Schleife, bis das Ergebnis stimmte. Für ihr eBook brain-dumpte sie alle Gedanken, ließ das Modell ein Outline erstellen und dann kapitelweise ausarbeiten. Ihre eigene Einschätzung: Die KI hat 70 bis 80 Prozent der Arbeit übernommen, den Rest musste sie anpassen, damit es nach ihr klingt. Dies deckt sich mit aktuellen Analysen von Crevio (2026), wonach KI-gestützte Solopreneure ihre Markteinführungszeit um durchschnittlich 40 % verkürzen können.
Eines der konkretesten Beispiele ist die Preisstrategie. Ginn hatte keine Vorstellung davon, was ein 90-minütiger Workshop kosten sollte — 50 Euro oder 500? Sie beschrieb das Angebot in Copilot und ChatGPT, bat um eine Preisspanne mit Begründung, löschte den Chat und wiederholte den Prozess viermal. Beide Tools nannten jedes Mal denselben Betrag. Sie fand den Preis zu hoch, traute sich aber trotzdem, ihn anzubieten — und der Kunde sagte zu. Ohne KI hätte sie sich laut eigener Aussage deutlich unter Wert verkauft.
Zusätzlich half ihr das KI-Feedback bei der Verkaufsstrategie: Beide Tools wiesen darauf hin, dass der Sales-Zyklus bei Mittel- und Großunternehmen Monate dauern kann, Einzelpersonen aber deutlich schneller kaufen. Das veranlasste sie, zunächst Prompting-Workshops für ihr persönliches Netzwerk anzubieten — was den schnellen Launch erst ermöglichte. Weitere Tipps zur Optimierung von Workflows finden sich in unserem Glossar zu Prompt Engineering oder im Executive Briefing zu KI-Tools.
❓ Häufig gestellte Fragen
✅ 11 Claims geprüft, davon 4 mehrfach verifiziert (ignite.microsoft.com, copilot.microsoft.com)
📚 Quellen