Der KI-Boom führt zu massiven Engpässen bei Power- und Management-Chips für Server. Lieferzeiten verlängern sich drastisch, während die Wachstumsprognosen für den allgemeinen Servermarkt sinken. Wer jetzt nicht handelt, riskiert den Anschluss bei der Infrastruktur-Planung.
- Der KI-Boom führt zu massiven Engpässen bei Komponenten für Standardserver, da Hersteller lukrative KI-Produkte priorisieren.
- Die Lieferzeiten für unverzichtbare Bauteile wie Power Management Chips und Baseboard Management Controller steigen auf bis zu 40 Wochen.
- Aufgrund des Mangels hat TrendForce die Wachstumsprognose für allgemeine Serverauslieferungen im Jahr 2026 von 20 auf 13 Prozent gesenkt.
Priorisierung von KI-Hardware bremst Standard-Server aus
Die wachsende Nachfrage nach KI-Servern führt zu gravierenden Engpässen bei essenziellen Komponenten für Standardserver. Der Marktbeobachter TrendForce hat seine Wachstumsprognose für Serverauslieferungen im Jahr 2026 von ursprünglich fast 20 Prozent auf 13 Prozent gesenkt. Grund dafür sind massiv verlängerte Lieferzeiten für allgemeine Serverkomponenten, da Halbleiterhersteller ihre Kapazitäten zugunsten margenstärkerer KI-Produkte umleiten.
Während Engpässe bei High-Bandwidth Memory (HBM) und DRAM bereits seit längerem die Schlagzeilen beherrschen, weitet sich die Verknappung nun auf Power Management Controller (PMICs) und Baseboard Management Controller (BMCs) aus. Diese Chips sind für den stabilen Betrieb und die Fernwartung jedes Servers unerlässlich.
PMIC-Engpass: KI-Stromhunger verdrängt Standard-Chips
KI-Server benötigen aufgrund ihrer leistungsstarken Hardware, insbesondere moderner GPU-Beschleuniger, eine deutlich höhere Stromdichte als herkömmliche Systeme. PMIC-Lieferanten priorisieren daher die Produktion von spezialisierten Hochleistungs-PMICs für KI-Anwendungen. Dies geschieht auf Kosten der Standard-PMICs, die für allgemeine Server benötigt werden.
Zusätzlich verschärft wird die Situation durch die geplante Schließung des S7 8-Zoll-Wafer-Werks von Samsung in Korea. Da PMICs häufig auf 8-Zoll BCD-Prozessen (Bipolar-CMOS-DMOS) gefertigt werden, bricht hier wichtige Kapazität weg. Die Lieferzeiten für PMICs sind laut aktuellen Daten vom 15. April 2026 von ursprünglich 21 bis 26 Wochen auf nun 35 bis 40 Wochen angestiegen.
BMC-Knappheit: Überwachungschips werden zum Nadelöhr
Ähnlich kritisch stellt sich die Lage bei den Baseboard Management Controllern (BMCs) dar. Diese Chips ermöglichen die Überwachung der Systemgesundheit und sind für das Rechenzentrumsmanagement unverzichtbar. Da BMCs oft auf reiferen Prozessknoten gefertigt werden, konkurrieren sie dort mit margenstärkeren Aufträgen. Die Lieferzeiten für BMCs haben sich von 11 bis 16 Wochen auf mittlerweile 21 bis 26 Wochen verlängert.
Diese Entwicklung trifft insbesondere mittelständische Unternehmenskunden. Große Cloud-Anbieter (CSPs) wie AWS, Microsoft und Google haben sich ihre Kontingente für KI-Server, deren Auslieferungen 2026 voraussichtlich um 28 Prozent steigen werden, bereits frühzeitig gesichert. Für den Rest des Marktes bleibt das Angebot knapp.
Langfristige Folgen für die IT-Infrastruktur
Die ungleiche Verteilung in der globalen Lieferkette wird das Wachstum des gesamten Servermarktes im Jahr 2026 deckeln. Experten erwarten, dass der nicht bediente Bedarf und der starke Beschaffungsdruck erst im Jahr 2027 abnehmen werden, wenn Kapazitätserweiterungen greifen. Unternehmen müssen ihre Hardware-Zyklen nun deutlich vorausschauender planen, um Ausfälle in der Skalierung zu vermeiden.
So What?
Für Unternehmen und IT-Entscheider bedeutet die Verzerrung des Server-Marktes durch die KI-Nachfrage eine notwendige Neuausrichtung: Lieferzeiten von bis zu 40 Wochen für Standard-Hardware müssen in der Budget- und Projektplanung für 2026 und 2027 zwingend berücksichtigt werden. Wer jetzt seine Hardware-Strategie nicht anpasst und auf Just-in-Time-Beschaffung setzt, riskiert kritische Verzögerungen bei der Digitalisierung.
Fazit
Die aktuellen Entwicklungen im Servermarkt verdeutlichen die Kollateralschäden des KI-Booms. Während die Welt auf neue Rekorde bei KI-Chips blickt, wird die Basis-Infrastruktur zum knappen Gut. Unternehmen, die jetzt strategisch ihre Hardware-Bestände sichern und ihre IT-Infrastruktur resilienter aufstellen, verschaffen sich einen messbaren Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, die in der Warteschleife der Chiphersteller feststeckt.
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