Anthropic hat auf Nutzerbeschwerden reagiert, die eine sinkende Qualität ihres Kodierungstools Claude Code meldeten. Das Unternehmen identifizierte und behob drei separate Fehlerursachen, die zu einer spürbaren Verschlechterung der Leistung führten. Die Probleme betrafen Claude Code, das Claude Agent SDK und Claude Cowork, nicht aber die API selbst. Alle Fehler wurden nach Angaben von Anthropic bis zum 20. April mit Version 2.1.116 behoben.
- Anthropic hat drei spezifische Fehler in Claude Code und verwandten Tools behoben, um durch Nutzer gemeldete Leistungseinbußen zu stoppen.
- Die Qualitätsmängel resultierten aus einer reduzierten Reasoning-Stufe, einem fehlerhaften Caching-Update und einer neuen Textlängen-Einschränkung.
- Als Reaktion verschärft das Unternehmen nun die Qualitätskontrollen, führt gestaffelte Rollouts ein und entschädigt alle Abonnenten.
Ein Hauptgrund für die Qualitätseinbußen war die Reduzierung des standardmäßigen „Reasoning Effort“ von „high“ auf „medium“ am 4. März. Dies sollte Latenzzeiten verringern, führte jedoch zu einer wahrgenommenen Intelligenzminderung, was am 7. April rückgängig gemacht wurde.
Ein weiterer Fehler betraf eine Caching-Optimierung, die am 26. März eingeführt wurde. Ein Programmierfehler führte dazu, dass die Reasoning-Historie bei jeder Interaktion gelöscht wurde, anstatt nur nach einer Stunde Inaktivität. Dies führte zu Kontextverlust, Wiederholungen und unerwartet hohem Verbrauch von Nutzungslimits. Der Fehler wurde am 10. April behoben.
Zusätzlich sorgte eine System-Prompt-Anweisung vom 16. April, die die Textlänge begrenzen sollte, für einen Qualitätsrückgang von drei Prozent. Diese Änderung wurde am 20. April zurückgenommen.
Anthropic kündigte an, interne Qualitätssicherungsmaßnahmen zu verschärfen. Dazu gehören die Nutzung der öffentlichen Version von Claude Code durch mehr Mitarbeiter, die Einführung umfassender Evaluierungssuiten für System-Prompt-Änderungen sowie gestaffelte Rollouts für potenziell kritische Updates. Als Kompensation wurden die Nutzungslimits für alle Abonnenten zurückgesetzt. Das Unternehmen hat zudem den X-Account @ClaudeDevs eingerichtet, um Produktentscheidungen transparenter zu kommunizieren.
Die Vorfälle reihen sich in eine Reihe ähnlicher Berichte aus der KI-Branche ein, bei denen wahrgenommene Qualitätsrückgänge oft auf Änderungen in der Tooling-Schicht oder Infrastruktur zurückzuführen sind, anstatt auf die Modelle selbst. Der branchenweite Rechenkapazitätsengpass und steigende GPU-Preise üben Druck auf Anbieter aus, was sich auch in Preismodellen und Serviceverfügbarkeit widerspiegelt. Anthropic hatte kürzlich eine API-Verfügbarkeit von 98,95 Prozent, was unter dem Branchenstandard von 99,99 Prozent liegt.
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