Das US-Unternehmen Clarifai hat drei Millionen unrechtmäßig von OkCupid erhaltene Nutzerfotos sowie darauf trainierte KI-Modelle zur Gesichtserkennung gelöscht. Dies geschah nach einem Vergleich der US-Verbraucherschutzbehörde FTC mit der OkCupid-Muttergesellschaft Match Group. Die Match Group hatte die Bild-, Demografie- und Standortdaten im Jahr 2014 ohne Zustimmung der Nutzer und ohne Opt-out-Möglichkeit an Clarifai weitergegeben, was einen Verstoß gegen die eigenen Datenschutzrichtlinien darstellte.
- Die KI-Firma Clarifai hat nach einem FTC-Vergleich drei Millionen unrechtmäßig erhaltene OkCupid-Fotos und darauf trainierte Modelle gelöscht.
- Die Muttergesellschaft Match Group hatte die Daten 2014 ohne Zustimmung der Nutzer für das Training von Gesichtserkennungs-Algorithmen weitergegeben.
- Während der Fall in den USA ohne Geldstrafe endete, würden derartige Datenpraktiken in Europa heute drastische Strafen nach sich ziehen.
Clarifai-Gründer Matthew Zeiler hatte OkCupid-Mitgründer Maxwell Krohn kontaktiert, um die Daten für das Training seiner Gesichtserkennungsalgorithmen zu nutzen, die auf Alter, Rasse und Geschlecht spezialisiert sind. Obwohl die Match Group kein Fehlverhalten eingesteht und von der FTC kein Bußgeld verhängt wurde, untersagt die Behörde dem Konzern dauerhaft jegliche Falschdarstellung seiner Datenpraktiken. Der Fall verdeutlicht die scharfe regulatorische Dynamik bei KI-Trainingsdaten: Nach den Maßstäben der europäischen DSGVO und des seit Februar 2025 in ersten Teilen geltenden EU AI Acts würden solche Praktiken im DACH-Raum heute erhebliche Strafzahlungen nach sich ziehen.