Apple führt laut einem Bloomberg-Bericht erste Gespräche mit Intel und Samsung über die Chipfertigung in den USA, was eine potenzielle Diversifizierung weg von der langjährigen Abhängigkeit von TSMC darstellt.
- Apple führt erste Sondierungsgespräche mit Intel und Samsung, um eine US-Chipfertigung aufzubauen und die starke Abhängigkeit von TSMC zu reduzieren.
- Ausschlaggebend für die Pläne sind wachsende geopolitische Risiken rund um Taiwan sowie akute Lieferengpässe bei neuen Macs und iPhones.
- Ein Auftrag wäre für die US-Fertiger ein massiver Gewinn, könnte Apple aber auch nur als strategisches Verhandlungsdruckmittel gegenüber TSMC dienen.
Strategische Diversifizierung und geopolitische Risiken
Die Verhandlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium, doch die Kontaktaufnahme mit Samsung und Intel ist bemerkenswert, da Apple seit über einem Jahrzehnt TSMC als fast exklusiven Chiphersteller nutzt. Führungskräfte von Apple besuchten bereits ein im Bau befindliches Samsung-Werk in Texas, und auch Gespräche mit Intel fanden statt. Diese Entwicklung kommt zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach moderner Chipkapazität durch KI-Rechenzentren und leistungsstärkere Macs, die lokale Apple Intelligence Modelle unterstützen, stark ansteigt. Dies verursacht Engpässe in der Lieferkette, die Tim Cook bereits in der Q2-Telefonkonferenz thematisierte. Betroffen sind derzeit Mac mini, Mac Studio und iPhone-17-Pro-Modelle, wobei Apple von mehreren Monaten ausgeht, bis sich Angebot und Nachfrage wieder ausgleichen.
Zusätzlich zu den Kapazitätsengpässen spielt das geopolitische Risiko von Taiwan eine entscheidende Rolle. Eine zu starke Konzentration der Chipfertigung bei TSMC in Taiwan wird seit langem als strategisches Klumpenrisiko betrachtet, das Apple im Krisenfall handlungsunfähig machen könnte. Samsung hat in der Vergangenheit bereits iPhone-Prozessoren für Apple gefertigt und baut nun in Texas Kapazitäten für fortschrittliche Logikprozesse auf. Intel hingegen ist ein relativer Neuling im externen Foundry-Geschäft, meldete jedoch für das erste Quartal 2026 einen Nettoverlust von 3,73 Milliarden US-Dollar in seiner Foundry-Sparte, was den Druck auf Partnerschaften mit Ankerkunden erhöht.
Ein Auftrag von Apple wäre für Intel ein wichtiger Vertrauensbeweis. Samsung konnte derweil durch die KI-Rallye seine Marktkapitalisierung im Mai 2026 auf über 1 Billion US-Dollar steigern, was die finanzielle Stärke für den Ausbau der US-Kapazitäten unterstreicht. Der Bloomberg-Bericht stützt sich auf anonyme Quellen, und keines der beteiligten Unternehmen hat sich offiziell geäußert. Es ist möglich, dass diese Sondierungsgespräche auch als Verhandlungshebel gegenüber TSMC dienen, um Preise zu drücken. Für europäische Tech-Unternehmen, die auf Apple-Plattformen basieren, bedeutet die aktuelle Chip-Krise 2026, dass sie in den kommenden Monaten mit Lieferengpässen bei Mac-Produkten rechnen müssen.
❓ Häufig gestellte Fragen
✅ 10 Claims geprüft, davon 7 mehrfach verifiziert
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