Die Europäische Union hat Google ins Visier genommen, um den Wettbewerb für KI-Dienste innerhalb des Android-Ökosystems zu fördern. Die EU-Kommission hat am Montag, den 27. April 2026, konkrete Vorschläge veröffentlicht, die darauf abzielen, Googles Kontrolle über die Integration von KI-Diensten in Android-Geräten zu lockern.
- Die EU-Kommission plant neue Maßnahmen, um Googles Dominanz bei der KI-Integration im Android-Ökosystem einzudämmen.
- Nutzer sollen künftig selbst entscheiden dürfen, welcher KI-Assistent auf Sprachbefehle reagiert und Systemaktionen ausführt.
- Google wehrt sich gegen die geplante Öffnung der Schnittstellen und warnt vor Sicherheitsrisiken sowie steigenden Kosten.
Die Kommission erklärte am Montag, sie wolle sicherstellen, dass „wettbewerbsfähige KI-Dienste effektiv mit Anwendungen auf den Android-Geräten der Nutzer interagieren und Aufgaben ausführen können“. Ein zentraler Punkt der Vorschläge ist die Öffnung des sogenannten „Wake Word“-Mechanismus. Bisher ist dieser primär für Google Gemini reserviert; künftig sollen Nutzer wählen können, welcher KI-Dienst auf Sprachbefehle reagiert und systemweite Aktionen ausführt. Dies könnte den Marktanteil von Drittanbietern wie ChatGPT oder Perplexity massiv steigern, da die tiefe Systemintegration bisher ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Google war.
DMA-Konformität: Google unter Druck
Die Initiative unterstreicht die Bestrebungen der EU, die Dominanz großer Technologieunternehmen einzudämmen und faire Wettbewerbsbedingungen für kleinere Akteure im KI-Sektor zu schaffen. Der Fokus liegt dabei auf dem Android-Betriebssystem, das weltweit auf rund 3,8 Milliarden aktiven Geräten läuft und somit eine entscheidende Plattform für die Verbreitung von KI-Anwendungen darstellt. Parallel dazu zeigen Marktdaten, dass Googles KI-Dienst Gemini bereits über 650 Millionen monatlich aktive Nutzer verzeichnet, was die Dringlichkeit der EU-Maßnahmen aus Sicht der Wettbewerbshüter verdeutlicht. Google kritisierte die Vorschläge bereits und verwies auf potenzielle Sicherheitsrisiken sowie steigende Kosten für die europäische Infrastruktur. Experten sehen hier Parallelen zur DMA-Regulierung (Digital Markets Act), die bereits in anderen Bereichen des digitalen Marktes für mehr Offenheit gesorgt hat.
❓ Häufig gestellte Fragen
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