Alan Schwartz, Executive Chair von Guggenheim Partners, verbindet die zunehmenden Spannungen im Private-Credit-Markt mit dem steigenden Strombedarf durch Elektrifizierung und Künstliche Intelligenz (KI). Auf der Milken Institute Global Conference 2026 positioniert er Rechenzentren und Hyperscaler nicht nur als Kostentreiber für das Stromnetz, sondern als potenzielle Partner zur Senkung langfristiger Energiekosten. Gleichzeitig weist er auf wachsende Bedenken im Private-Credit-Sektor hin, der in den letzten Jahren massiv Kapital angezogen hat und nun verstärkt unter Beobachtung steht. Seine zentrale These ist, dass in einer Welt wachsender Energieinfrastruktur und KI-Berechnungen nicht nur die Technologie, sondern vor allem die Finanzierungsfähigkeit und das Vertragsdesign über den Erfolg entscheiden.
- Guggenheim-Chef Alan Schwartz warnt vor drohenden Preisfindungsschocks und wachsenden Liquiditätsrisiken im fast zwei Billionen Dollar schweren Private-Credit-Markt.
- Angesichts des massiven Strombedarfs durch KI müssen Hyperscaler künftig vom passiven Verbraucher zum aktiven Co-Investor für neue Energieinfrastruktur werden.
- Die erfolgreiche Skalierung von Künstlicher Intelligenz wird entscheidend von der Entwicklung stabiler Kapitalmärkte und dem Schmieden weitsichtiger Strompartnerschaften abhängen.
Guggenheim-Chef sieht Wendepunkt bei Energie und Krediten
Schwartz’ Ansatz ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Erstens verändert er die Wahrnehmung von Hyperscalern, indem er sie vom Problem zum Co-Investor umdefiniert. Da große Abnehmer die einzigartige Position haben, die Nachfrage zu bündeln und Planungssicherheit zu bieten, können sie die Finanzierung neuer Kapazitäten beschleunigen. Zweitens adressiert er die wachsende Unsicherheit im Private-Credit-Markt, der laut aktuellen Schätzungen ein Volumen von über 1,96 Billionen US-Dollar erreicht hat. Schwartz warnt, dass dieser Markt verbesserte Transparenz- und Berichtsroutinen benötigt, um Preisfindungsschocks bei illiquiden Vermögenswerten zu vermeiden.
Für den KI-Markt ist der Aspekt der Energie von besonderem Interesse. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) wird der Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2026 auf etwa 1.000 Terawattstunden (TWh) ansteigen, was nahezu dem Gesamtverbrauch von Japan entspricht. Schwartz’ Vorschlag impliziert konkrete Strategien wie langfristige Abnahmeverträge und die Co-Finanzierung von Netzanschlüssen. Dadurch können Rechenzentrumsbetreiber und Cloud-Provider in Verhandlungen mit Versorgern als gleichwertige Parteien mit Kapital und verlässlicher Nachfrage auftreten.
Der Private-Credit-Teil ist die zweite zentrale Aussage von Schwartz. Seine Erwähnung von "Bedenken" signalisiert eine Stimmungsänderung in diesem illiquiden Kreditmarkt. Der entscheidende Faktor ist hierbei eine gleichzeitige Belastung von Bewertungen, Covenants und Anlegerliquidität. Dies ist für Tech- und KI-Firmen besonders relevant, da viele von ihnen für ihr Wachstum auf private Finanzmittel angewiesen sind. Eine Veränderung des Risikoappetits könnte die Hürden für neue Kapazitäten erhöhen und somit Strom- und Compute-Engpässe verschärfen.
Schwartz positioniert Hyperscaler und Rechenzentren als wichtige Nachfrageanker und potenzielle Co-Finanzierer neuer Kapazitäten. Gleichzeitig mahnt er zur Vorsicht im Private-Credit-Markt, der bei gleichzeitiger Relevanz von Preisfindung und Liquidität nicht unverwundbar ist. Für den Markt bedeutet dies eine nüchterne Erkenntnis: Die Skalierung von KI wird maßgeblich von der Entwicklung der Energie- und Kapitalmärkte bestimmt. Dies dürfte Versorger und Infrastrukturentwickler enger an die KI-Wertschöpfung binden. Weitere Analysen zum Private Credit Markt und zur KI-Infrastruktur zeigen die Dringlichkeit dieser Entwicklung.
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