Manitoba könnte die erste kanadische Provinz werden, die ein Verbot von sozialen Medien und KI-Chatbots für Minderjährige einführt. Der Premierminister der Provinz, Wab Kinew, kündigte dies bei einer Spendengala und auf X an.
- Manitobas Premierminister Wab Kinew plant ein weitreichendes Verbot von sozialen Medien und KI-Chatbots für Minderjährige.
- Der Vorstoß soll die Profitgier der Tech-Unternehmen auf Kosten von Kindern stoppen, konkrete Details zur Umsetzung fehlen jedoch.
- Die Wirksamkeit der Maßnahme ist umstritten, da Daten aus anderen Ländern zeigen, dass Jugendliche solche Sperren meist leicht umgehen.
Kinew begründete den Vorstoß damit, dass soziale Medien „schreckliche Dinge“ mit Kindern anstellen, nur um Likes, Engagement und Geld zu generieren. Er betonte, dass Kinder nicht zum Verkauf stünden und ihre Kindheit nicht kommerzialisiert werden dürfe.
Konkrete Details zu dem geplanten Verbot, wie die genaue Altersgrenze, der Zeitpunkt der Einführung oder die Durchsetzung, nannte Kinew jedoch nicht. Nach seinen Äußerungen bei der Veranstaltung stand er der Presse nicht für weitere Fragen zur Verfügung.
Auch in anderen Teilen Kanadas gibt es Bestrebungen, die Nutzung von sozialen Medien einzuschränken. Die Liberale Partei Kanadas stimmte kürzlich auf ihrem nationalen Parteitag in Montreal für Vorschläge, die Nutzung von sozialen Medien und KI-Chatbots für Personen unter 16 Jahren zu limitieren. Einige Initiativen zielen sogar auf eine Altersgrenze von 14 Jahren ab, die noch strenger wäre als das kürzlich in Australien eingeführte Verbot.
Allerdings gibt es Zweifel an der Wirksamkeit solcher Verbote. Eine aktuelle Umfrage der Molly Rose Foundation vom April 2026 zeigt, dass 61 % der australischen Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren trotz des Verbots weiterhin Konten auf gesperrten Social-Media-Plattformen besitzen oder Wege gefunden hat, diese zu umgehen. Ähnliche Gesetze wurden bereits in anderen Ländern umgesetzt oder werden derzeit geprüft.
❓ Häufig gestellte Fragen
✅ 7 Claims geprüft, davon 4 mehrfach verifiziert (gov.mb.ca)
📚 Quellen