Elon Musk hat am 28. April 2026 im hochkarätigen Rechtsstreit gegen seinen einstigen OpenAI-Mitgründer und heutigen CEO Sam Altman den Zeugenstand bestiegen — und die Bühne sofort für eine Art Heldenerzählung genutzt. Musk startete seine Aussage nicht mit juristischen Fakten, sondern mit seiner Biografie: von der Kindheit in Südafrika über die Ankunft in Kanada mit, wie er es formulierte, „2.500 kanadischen Reiseschecks und einer Tasche voller Kleider und Bücher" bis hin zu Zip2, PayPal und dem heutigen Imperium aus SpaceX, Tesla und xAI. Der Subtext war unmissverständlich: Seht her, ich bin kein gewöhnlicher Milliardär — ich rette die Welt.
- Im Prozess gegen Sam Altman nutzte Elon Musk den Zeugenstand, um sich und seine Unternehmen als uneigennützige Retter der Menschheit zu inszenieren.
- Er warf dem OpenAI-Chef vor, die ehemals gemeinnützige Organisation gestohlen und in ein gewinnorientiertes Unternehmen umgewandelt zu haben.
- Gleichzeitig verschwieg Musk dem Gericht eigene Vorhaben und Interessenkonflikte, unter anderem seinen stark konkurrierenden KI-Konzern xAI.
Musk beschrieb seine Unternehmungen vor der Jury konsequent als Wohltaten für die Menschheit. SpaceX bezeichnete er als „Lebensversicherung für das Leben, wie wir es kennen". Tesla begründete er damit, dass die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen „ziemlich schlecht für die Umwelt und die Menschheit als Ganzes" sein könnte. Nebenbei behauptete er, Tesla gegründet zu haben — eine Darstellung, die in der Unternehmensgeschichte zumindest umstritten ist, da die eigentlichen Gründer Martin Eberhard und Marc Tarpenning das Unternehmen 2003 ins Leben riefen, bevor Musk einstieg.
Diese Selbstdarstellung ist kein Zufall. Die Strategie ist erkennbar: Wer sich als selbstloser Wohltäter präsentiert, schafft einen Kontrast zum Beklagten. Sam Altman soll in diesem Narrativ als derjenige dastehen, der eine gemeinnützige Organisation zu seinen eigenen Gunsten umgebaut hat.
Den größten Raum nahm Musks Schilderung seiner KI-Überzeugungen ein. Er erklärte, sich bereits in seinen Studienjahren Sorgen um Künstliche Intelligenz gemacht zu haben. KI sei ein „zweischneidiges Schwert", das entweder „alle Krankheiten lösen und alle Menschen wohlhabend machen" oder „uns alle töten" könnte. Für die Zukunft skizzierte er zwei Szenarien: die utopische Welt von Gene Roddenberrys Star Trek — oder die dystopische Realität von James Camerons Terminator. Seine Beteiligung an der Gründung von OpenAI habe er mit dem Ziel begründet, die Star-Trek-Zukunft zu fördern.
Dass Musk inzwischen mit xAI selbst einen milliardenschweren KI-Konzern betreibt, der in direktem Wettbewerb zu OpenAI steht, erwähnte er in diesem Teil seiner Aussage nicht. Der Interessenkonflikt liegt auf der Hand — und dürfte die Gegenpartei im Kreuzverhör beschäftigen.
Musk verschärfte seinen Angriff auf Altman mit einem moralischen Argument. Er warf Altman vor, eine Wohltätigkeitsorganisation zu stehlen: „Es ist nicht in Ordnung, eine Wohltätigkeitsorganisation zu stehlen." Ein Freispruch, so Musk weiter, könnte einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen und „die gesamte Grundlage des Spendenwesens in Amerika zerstören". OpenAI wurde ursprünglich als gemeinnützige Organisation gegründet; die Umwandlung in eine gewinnorientierte Struktur ist der juristische Kern des Verfahrens.
Was Musk in diesem Zusammenhang unerwähnt ließ: Ein Großteil der Spenden aus seiner eigenen Stiftung floss in der Vergangenheit in Projekte mit engem oder direktem Bezug zu seinen eigenen Geschäftsinteressen — ein Detail, das die moralische Hochglanzfassade seiner Aussage merklich ankratzt. Der Prozess, der unter anderem die Frage nach der Superintelligence und deren Kontrolle aufwirft, wird voraussichtlich vier Wochen dauern.
❓ Häufig gestellte Fragen
✅ 10 Claims geprüft, davon 7 mehrfach verifiziert
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