Durchgesickerte Renderbilder der Samsung Galaxy Glasses zeigen, dass der Konzern beim Design seiner ersten KI-Brille nicht eigene Wege geht: Die Bilder, die zuerst von Android Headlines veröffentlicht wurden, zeigen ein Gerät, das den Ray-Ban Meta AI Glasses frappant ähnelt — bis hin zur Platzierung der Kameras an den Linsenrändern. Credibility-Boost gibt es von Android Authority, das Referenzen zu den Smart Glasses im Quellcode von Samsungs One UI 9 gefunden hat. Die Kombination aus Renderbildern und Code-Leak macht ein baldiges Release wahrscheinlicher als bislang angenommen.
- Geleakte Bilder der neuen Samsung Galaxy Glasses zeigen ein Design, das stark an Metas bekannte Ray-Ban KI-Brillen erinnert.
- Das erste Modell namens Jinju soll Googles Gemini-KI nutzen und laut Quellcode-Funden über zwei 12-Megapixel-Kameras verfügen.
- Neben dem wachsenden Wettbewerb durch Apple und Google drohen dem Hersteller in Europa vor allem große Hürden beim Datenschutz.
Das erste Modell trägt den Codenamen Jinju — koreanisch für „Perle". Laut Leak setzt Samsung auf zwei 12-Megapixel-Kameras, positioniert jeweils nahe der Linsenränder, für Foto- und Videoaufnahmen. Integrierte Lautsprecher und Mikrofone erlauben die Kommunikation mit Googles Gemini AI. Was in den Leaks fehlt: Hinweise auf Touchpad-Steuerungen an den Bügeln oder tiefergehende proprietäre KI-Integrationen jenseits von Gemini. Das Gerät ist damit funktional exakt dort, wo Meta mit den Ray-Ban AI Glasses angefangen hat — bewährt, aber nicht ambitioniert.
Preislich soll Jinju laut Android Headlines zwischen 379 und 499 US-Dollar liegen. Eine offizielle Bestätigung steht aus, die Produktrender deuten aber auf ein nahes Launch-Fenster hin.
Parallel zu Jinju entwickelt Samsung ein zweites Modell unter dem Codenamen Haean — koreanisch für „Küste". Dieses Gerät soll mit einem Mikro-LED-Display ausgestattet sein, ist aber frühestens 2027 zu erwarten. Zum Vergleich: Die Meta Ray-Ban Display Brille verfügt über ein einzelnes Display in der rechten Linse. Samsung scheint denselben Ansatz zu verfolgen — zuerst ein schlichtes Kamera-Glasses-Modell zur Markterprobung, dann die Display-Variante als zweiten Schritt. Das ist keine schlechte Strategie, aber sie ist eben auch nicht Samsungs eigene Erfindung.
Samsung ist nicht allein in diesem Segment. Google co-entwickelt mit Xreal die sogenannten Project Aura Smart Glasses und hat weitere Android-XR-Brillen für dieses Jahr angekündigt. Googles I/O-Entwicklerkonferenz startet am 19. Mai — dort dürften Gemini-on-the-go-Features konkret werden. Beide Unternehmen, Samsung wie Google, haben bereits Partnerschaften mit Brillenmarken angekündigt: Gentle Monster und Warby Parker. Google arbeitet Berichten zufolge zusätzlich mit Gucci zusammen — ein Zugpferd, das chinesische Wettbewerber wie Huawei nicht vorweisen können.
Und dann ist da noch Apple. Auch Cupertino steigt in den Smart-Glasses-Markt ein, was den Wettbewerbsdruck auf alle Beteiligten erhöht. Der Markt, den Meta mit den Ray-Ban AI Glasses im Wesentlichen allein aufgebaut hat, wird 2026 und 2027 deutlich voller.
Ein zentrales Thema bleibt Datenschutz. Meta hat bereits erhebliche Kritik für seine Bestrebungen rund um Gesichtserkennung kassiert. Der Begriff „Glasshole" aus der Zeit von Google Glass könnte bald eine Neuauflage erleben — diesmal mit leistungsfähigeren Kameras und stets aktivem KI-Assistenten im Hintergrund. Samsung umgeht das Meta-AI-App-Ökosystem, was kurzfristig als Vorteil gilt. Doch wer Gemini nutzt, gibt Daten an Google — und wie Google mit diesen Daten umgeht, ist keine offene Frage mehr. Für europäische Nutzer stellt sich damit direkt die DSGVO-Frage: Kamerabrillen, die Umgebungsbilder in Echtzeit verarbeiten und an Cloud-Dienste senden, berühren Art. 22 zur automatisierten Verarbeitung sowie potenziell Art. 35 zur Datenschutz-Folgenabschätzung. Auch der EU AI Act — seit August 2025 gilt der GPAI-Regelrahmen inklusive Governance und Strafen — wird KI-Assistenten in Wearables zunehmend in den Blick nehmen, sobald der Hauptteil des Acts ab August 2026 greift. Samsung täte gut daran, ein klares Privacy-Konzept für den europäischen Markt vorzulegen, bevor Jinju hier angeboten wird. Das setzt auch Meta unter Zugzwang.
❓ Häufig gestellte Fragen
✅ 12 Claims geprüft, davon 7 mehrfach verifiziert
📚 Quellen