Apple hat sich offiziell gegen die EU-Pläne gestellt, Google unter dem Digital Markets Act (DMA) zur Öffnung von Android-Kernfunktionen für konkurrierende KI-Dienste zu zwingen. In einer formellen Einreichung an die Europäische Kommission warnt das Unternehmen, die vorgeschlagenen Maßnahmen würden — sollten sie so bestätigt werden — erhebliche Risiken für Datenschutz, Sicherheit und Geräteleistung schaffen. Der ungewöhnliche Schulterschluss mit Google erklärt sich schnell: Apple sieht in diesem Fall einen direkten Präzedenzfall für die eigenen Systeme.
- Apple warnt die EU in einer formellen Einreichung vor direkten Risiken für Datenschutz und Sicherheit durch die erzwungene Öffnung von Android für externe KI-Dienste.
- Der seltene Schulterschluss mit Google erfolgt aus der Sorge, dass die strengen EU-Vorgaben ein gefährlicher Präzedenzfall für das eigene iOS-Ökosystem werden könnten.
- Gleichzeitig plant Apple für iOS 27 ein firmeneigenes "Extensions"-System zur KI-Integration, das aber vollständig nach den eigenen, geschlossenen Regeln kontrolliert werden soll.
Am 27. April 2026 veröffentlichte die Europäische Kommission vorläufige Feststellungen, die Google auffordern, wichtige Android-Funktionen für KI-Dienste von Drittanbietern zugänglich zu machen. Konkret sollen konkurrierende KI-Assistenten in der Lage sein, direkt mit Android-Apps zu interagieren — also etwa E-Mails zu versenden, Dateien zu teilen oder Bestellungen aufzugeben — ohne dass Nutzer dabei auf Googles eigene KI-Tools angewiesen sind. Auch die Unterstützung benutzerdefinierter Wake Words für alternative KI-Assistenten ist Teil der Überlegungen. Die EU-Kommission will die verbindlichen Maßnahmen innerhalb der nächsten sechs Monate nach den vorläufigen Feststellungen abschließen.
Apple argumentiert in seiner Stellungnahme, die am 13. Mai 2026 durch Reuters öffentlich wurde, dass die Entwurfsmaßnahmen „dringende und ernste Bedenken" aufwerfen. Wörtlich heißt es: „The DMs (draft measures) raise urgent and serious concerns. If confirmed, they would create profound risks for user privacy, security, and safety." Besonders kritisiert Apple den technischen Ansatz der Kommission: Die EU ersetze damit Ingenieursentscheidungen von Googles Teams durch eigene Einschätzungen — erarbeitet in einem sehr begrenzten Zeitrahmen. Hinzu komme, dass KI-Systeme grundsätzlich schwer vorhersehbar seien, was die Risikobewertung zusätzlich erschwere. Auch Google selbst hat Bedenken geäußert und warnt, die Pläne würden zentrale Datenschutz- und Sicherheitsmechanismen für europäische Nutzer untergraben.
Apple ist selbst als Gatekeeper unter dem DMA eingestuft und beobachtet den Google-Fall daher genau. Wie das Ergebnis aussieht, dürfte direkt beeinflussen, welche Öffnungspflichten künftig auch für iOS, iPadOS und macOS gelten. Gleichzeitig bereitet Apple mit iOS 27 intern bereits ein eigenes Modell für KI-Drittanbieter vor — intern unter dem Namen „Extensions". Laut Berichten von Bloomberg und 9to5mac soll das System es Nutzern ermöglichen, KI-Modelle von Drittanbietern wie Anthropic (Claude) oder Google (Gemini) direkt in Siri, Writing Tools und Image Playground zu integrieren. Unterschiedliche KI-Modelle könnten dabei sogar verschiedene Siri-Stimmen erhalten. Das ist eine deutliche Abkehr von Apples bisheriger Strategie, KI-Partner wie OpenAI fest zu integrieren — hin zu einem marktplatzähnlichen Modell, das Apple selbst kontrolliert. Der Haken: Apple will diese Öffnung zu seinen eigenen Bedingungen gestalten, nicht nach Brüsseler Vorgaben.
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