Die Freigabe geht auf Dezember 2025 zurück, als die Trump-Administration Nvidia erstmals erlaubte, H200-Prozessoren an zugelassene Kunden in China zu verkaufen. Zuvor hatten die USA diese Exporte mit der Begründung gestoppt, die Chips könnten die Entwicklung chinesischer Militärtechnologie unterstützen. Im Januar vereinbarte China laut Reuters den Import von mehreren Hunderttausend H200-Chips, erste Lieferungen waren für drei namentlich nicht genannte chinesische Internetfirmen vorgesehen. Doch die Lieferungen kamen nie an.
- Die USA erlauben zehn chinesischen Unternehmen den Kauf der begehrten H200-KI-Chips von Nvidia, doch Peking blockiert die Lieferungen faktisch.
- Grund für die Weigerung sind Sicherheitsbedenken wegen eines vorgeschriebenen US-Zwischenstopps sowie die Förderung der heimischen Chip-Industrie.
- Zusätzlich treiben chinesische Konzerne wie Huawei den Bau eigener Prozessoren voran, um sich vollständig von US-Hardware unabhängig zu machen.
Laut Reuters wurde Pekings Blockadehaltung durch Änderungen auf US-Seite ausgelöst — deren genaue Natur bleibt in den Quellen ausdrücklich unklar. US-Handelsminister Howard Lutnick brachte es bei einer Senatsanhörung auf den Punkt: „The Chinese central government has not let them, as of yet, buy the chips, because they're trying to keep their investment focused on their own domestic industry."
Ein zentraler Streitpunkt ist die von der US-Regierung eingeforderte 25-prozentige Umsatzbeteiligung an jedem verkauften H200-Chip. Um diese Abgabe rechtlich durchzusetzen, müssen die Chips zwingend über US-Territorium transportiert werden — ein sogenannter Workaround, weil direkte Exportgebühren unter US-Recht kaum durchsetzbar sind. Genau das nährt Pekings Misstrauen: Die chinesische Regierung befürchtet laut Berichten versteckte Schwachstellen oder Manipulationen an den Chips, die während des US-Transits eingebracht worden sein könnten. Für Unternehmen wie Alibaba oder ByteDance ist das ein schwer kalkulierbares Sicherheitsrisiko.
Kritik kommt auch aus den USA selbst. Chris McGuire, Senior Fellow am Council on Foreign Relations, kommentierte die Exportgenehmigungen knapp: „It is remarkable that President Trump keeps getting convinced to put Nvidia's interest ahead of America's."
Parallel zur US-Freigabe treiben chinesische Technologiekonzerne die Ablösung von Nvidia-Hardware voran. Der Huawei Ascend 910C kommt auf eine Total Processing Performance von 12.032 TPP — Nvidias H200 erreicht zum Vergleich 15.840 TPP. Die Lücke schließt sich, und Huawei arbeitet bereits am Nachfolger Ascend 950PR. DeepSeek hat mit seinem aktuellen Modell DeepSeek V4 einen symbolischen Schritt vollzogen: Die Architektur wurde gezielt für Huawei-Hardware optimiert und steht damit für eine bewusste Abkehr von der Nvidia-Abhängigkeit.
Nvidia-CEO Jensen Huang reiste jüngst gemeinsam mit Präsident Trump zu einem Gipfel mit Xi Jinping nach Peking — offenbar in dem Versuch, die Blockade politisch aufzulösen. Huang hatte zuvor mehrfach gewarnt, dass US-Exportbeschränkungen Nvidias Marktposition in China dauerhaft beschädigen. Ob der Besuch zu einem Kurswechsel Pekings führt, ist offen.
Im Klartext: Die USA haben eine Tür geöffnet, durch die niemand geht. Peking nutzt die Situation, um die heimische Chipindustrie zu stärken — und je länger die Blockade anhält, desto weniger braucht China den H200 überhaupt noch.
❓ Häufig gestellte Fragen
📰 Recherchiert auf Basis von 1 Primärquelle (engadget.com)
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