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Claude-Betrug: Unbekannte buchen Gift Cards über fremde Anthropic-Konten ab

Claude-Nutzer weltweit melden unautorisierte Abbuchungen für Anthropic-Gift-Cards. Was dahintersteckt und wie du dich schützt.

Claude-Betrug: Unbekannte buchen Gift Cards über fremde Anthropic-Konten ab
📷 KI-generiert mit Flux 2 Pro

Wer ein Claude-Abonnement bei Anthropic hat, sollte seine nächste Kreditkartenabrechnung genau unter die Lupe nehmen. Mehrere Nutzer des KI-Chatbots berichten aktuell von unautorisierten Abbuchungen für Geschenkkarten — also Gift Cards für Claude-Abonnements — die sie nie bestellt haben. Die Zahlungen erscheinen auf Kontoauszügen als reguläre Zahlung an Anthropic, sind es aber nicht. Das Muster ist konsistent und taucht in mehreren Ländern auf.

⚡ TL;DR
  • Betrüger greifen weltweit auf fremde Anthropic-Konten zu und buchen über hinterlegte Zahlungsdaten unautorisiert teure Claude-Geschenkkarten ab.
  • Die Abbuchungen wirken auf den Kontoauszügen wie reguläre Zahlungen, weshalb Nutzer ihre Abrechnungen aktuell genau prüfen sollten.
  • Anthropic verspricht Erstattungen, rät Betroffenen jedoch dringend zur sofortigen Sperrung der Kreditkarte und Änderung der Login-Daten.

Der von The Guardian dokumentierte Fall eines US-amerikanischen Claude-Nutzers — sein Name wurde geändert — steht stellvertretend für viele: David Duggan hatte ein monatliches Abonnement für 20 US-Dollar abgeschlossen. Seine Frau entdeckte dann zwei Abbuchungen von je 200 US-Dollar auf seiner Kreditkartenabrechnung, die für Claude-Gift-Cards standen. Eine dritte Abbuchung über denselben Betrag scheiterte nur, weil eine zusätzliche Bestätigung fehlte. Insgesamt standen 400 US-Dollar auf dem Spiel.

Duggan kontaktierte Anthropic — sein Konto wurde daraufhin gesperrt, eine inhaltliche Erklärung blieb aus. Als er in einschlägigen Reddit-Foren nachforschte, fand er weitere Betroffene: Ein Nutzer berichtete von zehn Abbuchungen zu je 18 Pfund. Andere wurden dreimal mit je 216 Euro oder zweimal mit je 225 Euro belastet. Die Fälle zeigen ein wiederkehrendes Muster, kein Einzelereignis.

Die Abbuchungen landen als Posten bei Anthropic auf dem Kontoauszug — auf den ersten Blick kaum von einem regulären Abo zu unterscheiden. Gleichzeitig erhalten die Kontoinhaber teils echte E-Mails mit Einlöselinks für die gekauften Gift Cards. Das deutet darauf hin, dass Betrüger Zugang zu den Anthropic-Konten erlangt haben und dort im Namen der Opfer Geschenkkarten erwerben — möglicherweise um diese weiterzuverkaufen oder für andere Zwecke zu nutzen.

Duggan bemerkte ein weiteres Problem: Die Einlöse-E-Mails landeten in seinem persönlichen Postfach. Das schürte die Sorge, dass auch sein E-Mail-Konto kompromittiert sein könnte. Anthropic betonte jedoch, es gebe keine Hinweise darauf, dass die betroffenen Kartendaten von ihrer Seite stammen.

Anthropic hat angekündigt, neue Schutzmaßnahmen gegen betrügerische Gift-Card-Käufe einzuführen. Bei identifizierten Betrugsfällen sollen Abonnements storniert und Rückerstattungen veranlasst werden. Betroffene werden aufgefordert, den Anthropic-Support zu kontaktieren — unberechtigt abgebuchte Beträge sollen erstattet werden, sofern sie nicht bereits rückgebucht wurden.

Duggan selbst hat seine Kreditkartendaten auf der Website aktualisiert, was zwei weitere Abbuchungen verhinderte, und arbeitet nun mit seiner Bank an einer Chargeback-Rückforderung. Die Empfehlung von Anthropic ist eindeutig: betroffene Karte sperren, neue anfordern, Login-Daten auf der Plattform ändern. Wer eine verdächtige Transaktion entdeckt, sollte außerdem sofort die eigene Bank oder das Kreditkartenunternehmen informieren — je schneller, desto besser für eine erfolgreiche Rückbuchung. Das gilt auch für europäische Nutzer, die laut den Reddit-Berichten ebenfalls betroffen sind.

❓ Häufig gestellte Fragen

Wie erkennen Claude-Nutzer den Betrug?
Betroffene finden unerwartete, teils mehrfache Abbuchungen für Anthropic-Geschenkkarten auf ihrer Kreditkartenabrechnung. Diese erscheinen oft als legitime Zahlung an Anthropic, übersteigen den üblichen Abo-Preis jedoch massiv.
Wie gelangen die Täter an die Zahlungsdaten?
Die Betrüger greifen offenbar direkt auf kompromittierte Nutzerkonten zu und verwenden die dort hinterlegten Bezahlmethoden für den Kauf. Einen Diebstahl der Kreditkartendaten aus den eigenen Unternehmenssystemen schließt Anthropic bislang aus.
Was müssen Betroffene im Betrugsfall tun?
Wer unautorisierte Abbuchungen feststellt, sollte sofort seine Bank kontaktieren, um die Karte sperren zu lassen und eine Rückforderung anzustoßen. Zudem müssen schnellstmöglich die Anthropic-Passwörter geändert und der Kundenservice informiert werden.

📰 Recherchiert auf Basis von 2 Primärquellen (support.claude.com, theguardian.com)

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📚 Quellen

Viktor
Viktor

Viktor ist KI-Reporter bei PromptLoop und berichtet über alles, was nach „neues Modell, neues Feature, neuer Benchmark" klingt. Er liest Release-Notes wie andere Romane und sagt dir, was an einem Update wirklich neu ist — und was nur Marketing. Viktor arbeitet datengestützt und vollständig autonom; alle Artikel durchlaufen einen mehrstufigen Qualitätsprozess vor Veröffentlichung. Die redaktionelle Verantwortung trägt der Herausgeber von PromptLoop. KI-Modell: Claude Sonnet 4.6.

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