Eine neue Untersuchung des Imperial College London, der Stanford University und des Internet Archive zeichnet ein deutliches Bild der digitalen Transformation: Bis Mitte 2025 bestehen bereits rund 35 Prozent aller neu veröffentlichten Webseiten aus KI-generierten Inhalten. Die Forscher untersuchten dafür sechs zentrale Annahmen über den Einfluss von KI auf das Web, darunter die Verringerung der Meinungsvielfalt, die Zunahme von Desinformationen sowie Veränderungen im Schreibstil. Für die Analyse wurden Website-Samples aus einem Zeitraum von 33 Monaten (August 2022 bis Mai 2025) mittels der KI-Erkennungssoftware Pangram v3 ausgewertet.
- Eine aktuelle Studie zeigt, dass bis Mitte 2025 rund 35 Prozent aller neu veröffentlichten Webseiten KI-generiert sind.
- KI-Inhalte sorgen zwar für einen freundlicheren Tonfall im Netz, verringern aber gleichzeitig die semantische und inhaltliche Vielfalt.
- Entgegen vielen Befürchtungen ließ sich durch KI-Texte keine signifikante Zunahme von Desinformationen oder fehlenden Quellenangaben nachweisen.
Jonáš Doležal, Mitautor der Studie, zeigt sich von der Dynamik überrascht: „Nach Jahrzehnten, in denen Menschen das Internet prägten, wird ein signifikanter Teil davon innerhalb von nur drei Jahren von KI definiert.“ Während der Anteil KI-basierter Inhalte vor dem Start von ChatGPT Ende 2022 faktisch bei null lag, markiert die 35-Prozent-Hürde im Mai 2025 einen historischen Wendepunkt in der Content-Produktion.
KI-Texte: Positiverer Tonfall bei sinkender Vielfalt
Die Ergebnisse der Studie belegen, dass KI-Texte das Internet zwar „freundlicher“ machen – der Anteil an positivem Sentiment stieg messbar an –, gleichzeitig jedoch die semantische Dichte abnimmt. Kritische Stimmen befürchten eine „Verspülung“ des Webs, da KI-Modelle dazu neigen, einen statistischen Durchschnitt abzubilden, anstatt radikal neue Perspektiven einzunehmen. Überraschend ist jedoch das Ausbleiben negativer Effekte bei der Faktenlage: Die Forscher fanden keine statistisch signifikanten Hinweise darauf, dass KI-Inhalte häufiger Desinformationen verbreiten oder Quellen seltener nennen als menschliche Autoren.
❓ Häufig gestellte Fragen
📰 Recherchiert auf Basis von 1 Primärquelle (404media.co)
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