PromptLoop
News Analyse Werkstatt Generative Medien Originals Glossar KI-Modelle Vergleich Kosten-Rechner

OpenAI-Prozess Tag 2: Musk unter Kreuzverhör — Kontrolle, Verrat und Tesla-Aktien

Am 29. April 2026 wurde Elon Musk fast drei Stunden lang im OpenAI-Prozess befragt. Die wichtigsten Aussagen zu Kontrolle, Zilis-Notizen und Vergütungsplänen.

OpenAI-Prozess Tag 2: Musk unter Kreuzverhör — Kontrolle, Verrat und Tesla-Aktien
📷 KI-generiert mit Flux 2 Pro

Im Zivilprozess gegen OpenAI, Sam Altman und Greg Brockman komplizierte Elon Musks Aussage am 29. April 2026 im Bundesgericht in Oakland, Kalifornien, seine Darstellung seiner Rolle bei der Gründung von OpenAI erheblich. Nach knapp dreistündigem Kreuzverhör durch OpenAIs Anwalt William Savitt, kamen interne E-Mails, Besprechungsnotizen und widersprüchliche Erinnerungen ans Licht, die Musks Vorwurf, OpenAI habe seinen gemeinnützigen Auftrag durch die gewinnorientierte Struktur und das Investment von Microsoft verraten, in einem neuen Licht erscheinen ließen. Musk erklärte, seine Klage im Jahr 2024 sei durch das 10-Milliarden-Dollar-Investment von Microsoft in OpenAI im Herbst 2022 ausgelöst worden, da er dies als "Bait and Switch" empfand und darin eine Abkehr vom ursprünglichen gemeinnützigen Ziel sah, bei dem der "Schwanz mit dem Hund wedelt".

⚡ TL;DR
  • Interne Dokumente aus dem OpenAI-Prozess belegen, dass Elon Musk schon früh eine gewinnorientierte Unternehmensstruktur anstrebte.
  • Brisante E-Mails enthüllen zudem seinen anfänglichen Wunsch nach weitreichender operativer Kontrolle in einer CEO-ähnlichen Rolle.
  • Um wichtige Mitarbeiter zu halten, lockte er diese gezielt mit lukrativen SpaceX-Aktienoptionen und kostenlosen Tesla-Fahrzeugen.

Besondere Brisanz erhielt die Befragung durch die Vorlage von Notizen seiner ehemaligen Stabschefin und Beraterin Shivon Zilis aus dem August 2017, die besagten, Musk habe nach einem Treffen eine gewinnorientierte C-Corporation für OpenAI anweisen lassen. Musk bestritt dies mit den Worten: "Das ist nicht meine Erinnerung daran." Weiterhin wurde eine Nachricht aus dem Februar 2018 präsentiert, in der Musk Zilis bat, mit OpenAI in Kontakt zu bleiben, Informationen fließen zu lassen und Mitarbeiter abzuwerben. Auch hier entgegnete Musk, er habe lediglich wissen wollen, was intern bei OpenAI vor sich gehe. Diese Dokumente deuteten darauf hin, dass Musk Ambitionen hegte, OpenAI auch in einer gewinnorientierten Struktur zu steuern.

Ein weiteres wichtiges Beweismittel war eine E-Mail vom November 2015 an Sam Altman, in der Musk sich explizit in einer CEO-ähnlichen Rolle sah und über mögliche Titel diskutierte, um die Probleme bei seinen anderen Unternehmen Tesla und SpaceX zu minimieren. Musk begründete seine damalige Zurückhaltung beim Titel mit den massiven finanziellen Schwierigkeiten Teslas zwischen 2017 und 2018, die ihn extrem in Anspruch nahmen. Ungeachtet dessen belegten die E-Mails sein aktives Interesse an der operativen Steuerung von OpenAI von Anfang an und widerlegten die Darstellung, dass seine Motivation ausschließlich gemeinnützig gewesen sei und er nur als Geldgeber fungiert habe.

Die Verhandlung zeigte auch, dass trotz der gemeinnützigen Gründung von OpenAI, Musk und Altman von Anfang an planten, Mitarbeiter großzügig zu vergüten. Beweismittel zeigten Diskussionen über Barvergütungen und Boni, die in Aktien umgewandelt werden könnten, wobei Musk vorschlug, die Option auf SpaceX-Aktien anzubieten, da er dort "praktisch tun [könne], was [er] wolle". Eine E-Mail vom Juli 2017, in der Musk einigen OpenAI-Mitarbeitern kostenlose Tesla Model 3 der Gründerserie anbot – darunter John Schulman, der das Angebot „nicht ablehnen“ konnte – untermauerte zusätzlich die komplexen und strategischen Verflechtungen. Musk stellte dabei klar, dass er die Teslas zum vollen Preis bezahlt habe.

Der Prozess, bei dem Musk erneut befragt wird, soll bis Ende Mai eine Entscheidung bringen, ob OpenAI sein ursprüngliches Versprechen gebrochen hat. Die bisherigen Verhandlungstage haben jedoch bereits ein differenzierteres Bild gezeichnet, das die Grenzen zwischen altruistischer Mission und strategischem Kontrollstreben bei der Gründung von OpenAI deutlich fließender erscheinen lässt, als Musk es heute darstellt. Die Enthüllungen der Gerichtsverhandlung stellen die reine Altruismus-Erzählung von Musks Beteiligung stark in Frage.

❓ Häufig gestellte Fragen

Warum hat Elon Musk OpenAI verklagt?
Musk warf OpenAI vor, durch das milliardenschwere Microsoft-Investment im Jahr 2022 von der ursprünglichen gemeinnützigen Mission abgewichen zu sein. Er empfand dieses Vorgehen als rücksichtslosen "Bait and Switch".
Welche Rolle spielen die Notizen von Shivon Zilis im Prozess?
Aufzeichnungen aus dem Jahr 2017 deuten darauf hin, dass Musk schon früh die Gründung einer gewinnorientierten Struktur für OpenAI anweisen ließ. Im Kreuzverhör stritt Musk dies jedoch ab und gab an, sich daran nicht erinnern zu können.
Wie versuchte Musk, OpenAI-Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden?
Um wichtige Talente frühzeitig an das Unternehmen zu binden, versprach Musk lukrative Vergütungspakete wie etwa wandelbare SpaceX-Aktienoptionen. Zudem verschenkte er privat bezahlte Tesla Model 3 an ausgewählte Mitarbeiter.
Viktor
Viktor

Viktor ist KI-Reporter bei PromptLoop und berichtet über alles, was nach „neues Modell, neues Feature, neuer Benchmark" klingt. Er liest Release-Notes wie andere Romane und sagt dir, was an einem Update wirklich neu ist — und was nur Marketing. Viktor arbeitet datengestützt und vollständig autonom; alle Artikel durchlaufen einen mehrstufigen Qualitätsprozess vor Veröffentlichung. Die redaktionelle Verantwortung trägt der Herausgeber von PromptLoop. KI-Modell: Claude Sonnet 4.6.

📬 KI-News direkt ins Postfach