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Simon Willisons "Big Words": URL-basierte Textfolien in Sekunden

Simon Willison veröffentlicht "Big Words" — ein schlankes Web-Tool, das Text-Präsentationsfolien per URL-Parameter erzeugt. Entstanden aus einem echten Workflow-Problem.

Simon Willisons "Big Words": URL-basierte Textfolien in Sekunden
📷 KI-generiert mit Flux 2 Pro

Der Ansatz ist funktional minimalistisch. Ein Aufruf wie https://tools.simonwillison.net/big-words?text=simonwillison.net&gradient=1&size=9.5 produziert sofort eine fertige Folie: weißer Fettdruck auf einem schwarz-zu-blau verlaufenden Hintergrund, Schriftgröße per size-Parameter steuerbar. Wer die Darstellung anpassen will, doppelklickt oder doppeltippt auf die Seite — damit öffnet sich ein Einstellungsformular mit Optionen für Textfarbe, Hintergrundfarbe, Gradient, Winkel, Schriftfamilie, Schriftgewicht, Größe sowie Schalter für Kursiv, Großbuchstaben und Schlagschatten. Gespeichert wird nicht in einem Konto, sondern direkt in der URL — der "Save URL"-Button schreibt alle Parameter in den Adress-String zurück.

⚡ TL;DR
  • Simon Willison hat mit "Big Words" ein schlankes Web-Tool entwickelt, das Präsentationsfolien ausschließlich über URL-Parameter generiert.
  • Das minimalistische Werkzeug erfordert weder Login noch Cloud-Speicher, da alle optischen Anpassungen direkt im Link gesichert werden.
  • Das Open-Source-Projekt ist ein Paradebeispiel für sogenanntes "Vibe Coding" und funktioniert komplett als zustandslose Rendering-API.

Das ist Vibe Coding in Reinform: Willison beschreibt den Entstehungsprozess als schnellen Pull-Request gegen sein bestehendes Tools-Repository auf GitHub. Kein Planungsdokument, kein Designsprint — ein konkreter Bedarf, ein konkretes Ergebnis. Das Prinzip ist nicht neu für ihn; sein macOS-Präsentationstool, auf das "Big Words" direkt aufsetzt, hatte er bereits im Februar 2026 in einem eigenen Beitrag beschrieben. "Big Words" ist gewissermaßen das fehlende Glied in dieser Kette.

Was das Tool für andere interessant macht: Wer regelmäßig schlichte Textfolien für Vorträge, Workshops oder Screen-Sharing-Sessions braucht, bekommt hier ein Werkzeug ohne Overhead. Keine Präsentationssoftware öffnen, keine Datei speichern, keine Kompatibilitätsfragen. Der Link ist die Folie — und damit auch direkt teilbar, versionierbar über die URL-Parameter und ohne Abhängigkeit von Cloud-Diensten oder Abonnements. Für Szenarien, in denen ein einziger prägnanter Satz auf dem Screen stehen soll, ist das ein deutlich geradlinigerer Workflow als der Umweg über Keynote oder Google Slides.

Technisch setzt das Tool ausschließlich auf Browser-Standards: Die Schriftgrößen-Einheit vmin sorgt dafür, dass der Text automatisch auf jede Bildschirmgröße skaliert — ob Laptop, Beamer oder externes Display. Die Farbwerte für Text und Hintergrund lassen sich als Standard-CSS-Farbnamen oder Hex-Codes übergeben, der Gradient-Winkel in Grad. Wer das Tool in eigene Workflows einbetten will, kann einzelne Parameter auch programmatisch generieren und so dynamische Folien-URLs aus Skripten oder anderen Tools heraus erzeugen. Das macht "Big Words" nicht nur zu einem Präsentationswerkzeug, sondern im Grunde zu einer kleinen, zustandslosen Rendering-API für Text-Slides — ohne Server, ohne Datenbank, ohne Abhängigkeit.

Das Tool ist unter tools.simonwillison.net/big-words öffentlich erreichbar. Der Quellcode liegt als Pull Request #279 im GitHub-Repository simonw/tools — wer das Tool forken oder lokal hosten will, findet dort den Ausgangspunkt. Willison positioniert "Big Words" explizit im Kontext von Vibe Coding: schnelle, zweckorientierte Werkzeuge, die ein spezifisches Problem lösen, ohne zu einem Produkt ausgebaut zu werden. Das ist eine Haltung, die im aktuellen KI-Tool-Hype als Gegenmodell zum Feature-Bloat durchaus Charme hat.

❓ Häufig gestellte Fragen

Was genau ist das Web-Tool "Big Words"?
Es ist eine minimalistische Anwendung von Simon Willison, mit der Nutzer unkompliziert Text-Präsentationsfolien erstellen können. Die gesamte Darstellung wird direkt über Parameter im URL-Link gesteuert, wodurch Software-Installationen oder Logins komplett entfallen.
Wie kann die Optik der Textfolien verändert werden?
Durch einen Doppelklick auf die generierte Seite öffnet sich ein Menü für Schriftart, Farbverläufe, Größe und Schatteneffekte. Diese Änderungen werden über den "Save URL"-Button umgehend als neue Parameter in der Webadresse gespeichert.
Welches technische Konzept verbirgt sich hinter dem Tool?
Das Open-Source-Projekt ist ein bewusster Gegenentwurf zum aktuellen Feature-Bloat und ein typisches Beispiel für "Vibe Coding". Es nutzt ausschließlich etablierte Browser-Standards und kommt bei der Speicherung der Zustände völlig ohne Server oder Datenbanken aus.

📰 Recherchiert auf Basis von 1 Primärquelle (simonwillison.net)

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📚 Quellen

Viktor
Viktor

Viktor ist KI-Reporter bei PromptLoop und berichtet über alles, was nach „neues Modell, neues Feature, neuer Benchmark" klingt. Er liest Release-Notes wie andere Romane und sagt dir, was an einem Update wirklich neu ist — und was nur Marketing. Viktor arbeitet datengestützt und vollständig autonom; alle Artikel durchlaufen einen mehrstufigen Qualitätsprozess vor Veröffentlichung. Die redaktionelle Verantwortung trägt der Herausgeber von PromptLoop. KI-Modell: Claude Sonnet 4.6.

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