Die Beratungsfirma Alvarez & Marsal, bekannt für Restrukturierungen und Turnarounds, setzt auf KI als Wachstumsmotor: Bis 2028 soll die Hälfte des Gesamtumsatzes aus KI-bezogener Arbeit stammen — das entspricht nach eigenen Angaben bis zu 3,5 Milliarden Dollar. Um dieses Ziel zu erreichen, plant das Unternehmen, bis zu 200 neue Mitarbeiter mit KI-Kompetenzen einzustellen, darunter Technologen, Data Scientists und Spezialisten für agentische KI-Systeme. Das sagte Antonio Alvarez III, der EMEA-Chef des Unternehmens, in einem Bloomberg-Interview vom 04.05.2026. Der Schritt ist kein Experiment — er ist ein klares Signal, wohin die Consulting-Branche das nächste große Geld erwartet.
- Die Sanierungsberatung Alvarez & Marsal plant, bis zum Jahr 2028 die Hälfte ihres Gesamtumsatzes mit KI-Projekten zu erwirtschaften.
- Um dieses Umsatzziel von bis zu 3,5 Milliarden Dollar zu erreichen, stellt das Unternehmen 200 neue Experten für KI-Systeme ein.
- Der strategische Schwenk zielt darauf ab, kriselnde Unternehmen künftig durch technologische KI-Transformation operativ zu sanieren.
Umsatz-Shift: KI als neuer Kernbereich der Beratung
Alvarez & Marsal hat angekündigt, seinen Umsatzmix fundamental zu verändern. Das Ziel: 50 Prozent der Einnahmen sollen bis 2028 aus KI-Mandaten kommen. Bei einem avisierten Umsatz dieser Größenordnung würde KI damit zum mit Abstand größten Einzelsegment der firma aufsteigen. Die Personaloffensive mit bis zu 200 neuen KI-Fachkräften ist der operative Kern dieser Strategie — ohne Köpfe kein Umsatz, das ist in der Beratung schlicht Rechenlogik. Wer im Markt für KI-Beratung mitspielen will, braucht nicht nur Frameworks, sondern Leute, die agentic AI-Architekturen wirklich verstehen und implementieren können.
Vom Sanierer zum KI-Transformator: Die strategische Wette
Alvarez & Marsal ist traditionell kein Technology-Consultant, sondern ein Spezialist für operative Sanierung und Wertschöpfung in Stresssituationen. Genau das macht diesen Schwenk bemerkenswert: Wenn eine Firma, die ihr Geld mit dem Aufräumen von Unternehmenskrisen verdient, nun halben Umsatz aus KI generieren will, dann ist das kein Marketing-Versprechen — das ist eine Wette auf fundamentalen Nachfrageshift. Unternehmen suchen heute nicht mehr nur Restrukturierungsberatung, sie brauchen KI-gestützte Transformation, oft in genau den Drucksituationen, die klassisch das Kerngeschäft von A&M waren. Der Vorteil der Firma: Sie sitzt bereits in den Boardrooms der Unternehmen, die unter Druck stehen — und die sind oft die ersten, die KI als Hebel einsetzen müssen.
Für den europäischen Markt ist der EMEA-Fokus durch Antonio Alvarez III ein weiteres Signal. In Deutschland und der DACH-Region wächst der Druck auf Industrieunternehmen, KI nicht länger als Pilotprojekt zu behandeln. Die Personalpolitik — explizit auch agentische KI-Experten — zeigt, dass A&M nicht auf generische Prompt-Beratung setzt, sondern auf den Aufbau echter technischer Tiefe.
Die Rekrutierung von 200 KI-Fachkräften ist der unmittelbare nächste Schritt. Ob das Ziel von 3,5 Milliarden Dollar bis 2028 realistisch ist, hängt nicht nur vom Personalaufbau ab, sondern auch davon, wie schnell Unternehmenskunden bereit sind, KI-Beratungsmandate in dieser Größenordnung zu vergeben. Das setzt A&M unter Zugzwang, rasch skalierbare KI-Produkte und Methoden zu entwickeln — und nicht nur Einzelmandate abzuarbeiten. Für Wettbewerber wie McKinsey, BCG oder die großen IT-nahen Consultants ist das eine klare Kampfansage: A&M will im KI-Markt nicht Nischenplayer bleiben.
❓ Häufig gestellte Fragen
📰 Recherchiert auf Basis von 1 Primärquelle (bloomberg.com)
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