Amazon gibt seinen Ingenieuren, was sie gefordert haben: Anthropics Claude Code ist ab sofort unternehmensweit freigegeben, OpenAI's Codex folgt am 12. Mai. Das bestätigte Jim Haughwout, VP of Amazon Software Builder Experience, in einer internen Mitteilung, die Business Insider vorliegt. Beide Tools laufen über Amazon Bedrock und werden durch AWS verwaltet — separate Genehmigungen für den Produktionseinsatz entfallen damit künftig.
- Auf Druck der eigenen Entwickler gibt Amazon die externen KI-Programmierassistenten Claude Code und OpenAI Codex für alle Mitarbeiter frei.
- Die Tools laufen sicher über die Plattform Amazon Bedrock, während das hauseigene Kiro weiterhin das primäre Werkzeug bleibt.
- Die weitreichende Freigabe unterstreicht Amazons strategische Milliarden-Investitionen in die KI-Startups Anthropic und OpenAI.
Ende der bürokratischen Hürden für Entwickler
Der Schritt kommt nicht ohne Vorgeschichte. Claude Code war bis zuletzt nicht formal für den Produktionseinsatz bei Amazon zugelassen. Ingenieure, die das Tool dem hauseigenen Kiro vorzogen, mussten sich spezielle Freigaben einholen — ein bürokratischer Umweg, der intern für Unmut sorgte. Business Insider hatte bereits früher berichtet, dass die Einschränkungen als Produktivitätsbremse wahrgenommen wurden. Nun räumt Amazon diesen Flaschenhals aus dem Weg.
Ein Amazon-Sprecher formulierte es gegenüber Business Insider so: Das Unternehmen "standardisiert" jetzt den Zugang zu Claude Code und Codex. Im Klartext: Wer als Entwickler bei Amazon arbeitet, kann ab sofort ohne Sonderprozess auf zwei der leistungsfähigsten KI-Coding-Assistenten zugreifen — neben dem weiterhin verfügbaren Kiro. Weitere Analysen zu solchen Workflows findest du regelmäßig in unseren KI-News.
Integration über Amazon Bedrock sichert Compliance
Amazon betont, dass Kiro weiterhin das primäre Tool bleibt. Laut dem Amazon-Sprecher nutzen 83% der Ingenieure Kiro für agentic Coding. Haughwout schrieb in seiner internen Notiz: "Both run on Bedrock, where all inference runs. Both will have easy install for all Amazon builders." Die Entscheidung, Claude Code und Codex über Bedrock zu betreiben, ist dabei kein Zufall — Amazon hält damit die gesamte Inferenz innerhalb der eigenen Cloud-Infrastruktur, was Datensicherheit und Compliance-Kontrolle vereinfacht.
Der Bedrock-Rahmen erlaubt es Amazon außerdem, Nutzung, Kosten und Zugriffsrechte zentral zu steuern. Für Unternehmen, die Claude Code selbst in ihre AWS-Umgebung integrieren wollen, dokumentiert Anthropic die Bedrock-Integration ausführlich — inklusive IAM-basierter Authentifizierung und Prompt-Caching für Kosteneinsparungen.
Milliardenschwere Wetten auf Anthropic und OpenAI
Die Freigabe ist kein isolierter Schritt, sondern Ausdruck einer strategischen Neuausrichtung. Amazon hat zuletzt massiv in beide KI-Labs investiert. Im Februar kündigte Amazon eine Partnerschaft mit OpenAI an, die eine Investition von bis zu 50 Milliarden Dollar vorsieht — im Gegenzug verpflichtete sich OpenAI zur Nutzung von Amazons Trainium-Chips und zur Zusammenarbeit mit AWS. Im April legte Amazon bei Anthropic nach: weitere 25 Milliarden Dollar on top der bereits zugesagten 8 Milliarden. Anthropic wiederum hat zugesagt, Trainium-Chips im Wert von 100 Milliarden Dollar zu kaufen.
Diese Verflechtung macht die Freigabe von Claude Code und Codex zu mehr als einer HR-Maßnahme. Es ist auch ein Signal nach außen: Amazon steht hinter seinen KI-Partnern — und setzt deren Produkte im eigenen Haus ein.
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❓ Häufig gestellte Fragen
📰 Recherchiert auf Basis von 1 Primärquelle (businessinsider.com)
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