Isomorphic Labs, ein Biotech-Spin-off von Google DeepMind, steht kurz davor, klinische Studien mit Medikamenten zu beginnen, die mithilfe seiner AlphaFold-Technologie entwickelt wurden. „Wir rüsten uns für den Gang in die Klinik“, erklärte Max Jaderberg, Präsident von Isomorphic Labs, am 16. April auf der WIRED Health in London. Er betonte, dies sei ein „sehr aufregender Moment“, um die Wirksamkeit der Moleküle zu überprüfen.
- Das DeepMind-Spin-off Isomorphic Labs bereitet aktuell den Start erster klinischer Studien für vollständig KI-designte Medikamente vor.
- Die dafür genutzte AlphaFold-KI ermöglicht die Entwicklung hochpotenter Wirkstoffe, die bei reduzierter Dosis weniger Nebenwirkungen verursachen sollen.
- Ausgestattet mit rund 600 Millionen Dollar Kapital und namhaften Pharmapartnern verfolgt das Startup das ehrgeizige Ziel, sämtliche Krankheiten zu heilen.
Ein genauer Zeitplan wurde nicht genannt. Damit verzögert sich der Start der Humanstudien gegenüber früheren Ankündigungen. Letztes Jahr hatte CEO Demis Hassabis noch das Ziel ausgegeben, bis Ende 2025 mit KI-designten Medikamenten in klinischen Studien zu sein.
Isomorphic Labs wurde 2021 gegründet und nutzt die AlphaFold-Plattform von DeepMind, die Proteinstrukturen vorhersagt, um die Arzneimittelforschung voranzutreiben. AlphaFold hat das Verständnis von Proteinen, die für biologische Funktionen entscheidend sind, revolutioniert. Die Technologie, die seit 2020 mit Deep-Learning-Methoden arbeitet, ermöglicht die Vorhersage von Proteinstrukturen, was zuvor ein langwieriger Prozess war. Im Jahr 2024 wurde das AlphaFold 3-Modell veröffentlicht, das über Proteine hinaus auch die Wechselwirkungen mit DNA und RNA modellieren kann – entscheidend für die Medikamentenentwicklung.
Die Bedeutung von AlphaFold wurde 2024 durch den Nobelpreis für Chemie für Hassabis und John Jumper unterstrichen. Isomorphic Labs selbst hat kürzlich IsoDDE vorgestellt, ein proprietäres Medikamentendesign-System, das die Genauigkeit von AlphaFold 3 verbessern soll. Das Unternehmen kooperiert mit Eli Lilly und Novartis und verfolgt eigene Entwicklungspipelines in den Bereichen Onkologie und Immunologie. Jaderberg hob hervor, dass die von Isomorphic entwickelten Moleküle aufgrund ihres detaillierten Verständnisses sehr potent sein sollen und bei niedrigerer Dosierung weniger Nebenwirkungen verursachen könnten.
Mit einer Finanzierungsrunde von 600 Millionen US-Dollar und dem Aufbau eines klinischen Entwicklungsteams bereitet sich Isomorphic Labs auf die kommenden Studien vor. Das erklärte Ziel des Unternehmens ist es, „alle Krankheiten zu heilen“ – eine Mission, die Jaderberg als „verrückt“, aber erreichbar beschreibt.
❓ Häufig gestellte Fragen
✍️ Editorial / Meinungsbeitrag — basiert auf Einordnung der Redaktion, nicht auf externen Primärquellen.
📚 Quellen