GM bestätigte gegenüber TechCrunch, dass die Entlassungen stattgefunden haben. In einem schriftlichen Statement formulierte der Konzern: „GM is transforming its Information Technology organization to better position the company for the future." Konkreter wurde das Unternehmen nicht — die Botschaft war dennoch eindeutig. Eine mit den Vorgängen vertraute Person teilte TechCrunch mit, dass GM in der IT-Abteilung weiterhin einstellt, jedoch für andere Fähigkeiten.
- General Motors hat rund 600 IT-Mitarbeiter entlassen, um die Abteilung im Rahmen eines Skills-Swaps für die Zukunft neu aufzustellen.
- Als Ersatz sucht der Konzern gezielt nach spezialisierten Fachkräften für KI-native Entwicklung, Data Engineering und den Bau von KI-Agenten.
- Die Umstrukturierung ist Teil einer langfristigen Strategie, durch tiefgreifende Ressourcenbündelung den Weg zur autonomen Agentic Enterprise zu ebnen.
Strategischer Skills-Swap: KI-Kompetenz statt klassischer IT
Gesucht werden laut aktiven Stellenausschreibungen auf der GM-Karriereseite Kompetenzen in folgenden Bereichen: KI-native Entwicklung, Data Engineering und Analytics, Cloud-basiertes Engineering, Agenten- und Modellentwicklung sowie Prompt Engineering und neue KI-Workflows. Im Klartext: GM sucht keine Leute, die KI als Werkzeug nutzen — sondern Leute, die KI-Systeme von Grund auf konzipieren, Modelle trainieren und Pipelines entwickeln. Dies unterstreicht den Trend am KI-Arbeitsmarkt, bei dem spezialisierte Deep-Tech-Skills massiv an Bedeutung gewinnen.
Die heutigen Entlassungen sind kein Einzelereignis. GM hat in den vergangenen rund 18 Monaten mehrfach white-collar-Bereiche verkleinert, um Ressourcen auf KI und andere Schwerpunktthemen zu konzentrieren. Im August 2024 wurden bereits rund 1.000 Software-Mitarbeiter entlassen — damals mit dem erklärten Ziel, Qualität und KI-Erkundung voranzutreiben.
Die eigentliche Zäsur kam mit der Einstellung von Sterling Anderson im Mai 2025 als Chief Product Officer. Anderson ist Mitgründer des autonomen LKW-Startups Aurora und bringt tiefen Branchenhintergrund im Bereich autonomes Fahren mit. Seitdem treibt er die Konsolidierung der bislang fragmentierten Technologiebereiche von GM voran. Im November 2025 verließen in diesem Zuge drei hochrangige Führungskräfte das Software-Team: Baris Cetinok (Senior VP Software & Services Product Management), Dave Richardson (Senior VP Software & Services Engineering) und Barak Turovsky, der erst neun Monate zuvor als Chief AI Officer angetreten war.
Die entstandenen Lücken hat GM inzwischen mit dezidiert KI-fokussierten Einstellungen besetzt. Behrad Toghi, zuvor bei Apple tätig, übernahm im Oktober 2025 die Rolle als AI Lead. Rashed Haq — ehemals Head of AI and Robotics bei Cruise, dem selbstfahrenden Fahrzeugprojekt, das GM später einstellte — kam als Vice President of Autonomous Vehicles an Bord.
GMs Vorgehen illustriert, wie die Agentic Enterprise in der Praxis entsteht: nicht als Add-on auf bestehende Teams, sondern als struktureller Neuaufbau der Belegschaft. Die spezifischen Fähigkeiten, nach denen GM jetzt aktiv sucht — Agenten-Entwicklung, Modell-Engineering, KI-native Workflows — sind ein deutliches Signal, wo die Nachfrage großer Konzerne als nächstes hingeht. Wer heute Automobilhersteller, Industriekonzerne oder Finanzinstitute als potenzielle Arbeitgeber im Blick hat, sollte diese Begriffe kennen und belegen können. Das setzt auch andere Großunternehmen unter Druck, die eigene IT-Strategie zu überprüfen.
❓ Häufig gestellte Fragen
📰 Recherchiert auf Basis von 1 Primärquelle (techcrunch.com)
📚 Quellen