Ilya Sutskever hat am 11. Mai 2026 im Prozess Elon Musks gegen Sam Altman und OpenAI ausgesagt — und dabei Details zum internen Chaos rund um Altmans Entlassung im November 2023 bestätigt, die das Bild einer zutiefst zerstrittenen Führungsriege zeichnen. Sutskever, Mitbegründer von OpenAI und heute CEO von Safe Superintelligence Inc. (SSI), räumte vor Gericht ein, an dem entscheidenden Wochenende bewusst das Internet gemieden zu haben. Auf die direkte Frage von Musks Anwalt Steven Molo, ob er das Internet an dem Wochenende nach dem Rauswurf gemieden habe, antwortete er schlicht: „Yes." Dass er dabei ein Microsoft-Angebot verpasste, alle OpenAI-Mitarbeiter zu übernehmen, und einen Mitarbeiteraufstand, der das Unternehmen fast zerrissen hätte, macht diese Aussage zu einem der bemerkenswertesten Momente des Verfahrens.
- Ilya Sutskever bestätigte vor Gericht, dass er unmittelbar nach Sam Altmans Entlassung das Internet mied und so den massiven Mitarbeiteraufstand verpasste.
- Der Rauswurf basierte auf einem 52-seitigen Geheimdossier, das brisanterweise fast ausschließlich auf den Aussagen einer einzigen internen Quelle beruhte.
- Obwohl Sutskever OpenAI im Mai 2024 verlassen hat, besitzt er weiterhin Unternehmensanteile mit einem geschätzten Rekordwert von bis zu sieben Milliarden Dollar.
Kern von Sutskevers Vorgehen war ein 52-seitiges Dossier, das er vor der Entlassung verfasste. Darin warf er Altman ein systematisches Fehlverhalten vor — wörtlich: „Sam exhibits a consistent pattern of lying, undermining his execs, and pitting his execs against one another." Das Memo wurde laut Kontextinformationen über Selbstlösch-E-Mail-Technologie an unabhängige Board-Mitglieder verschickt, um Leaks zu vermeiden. Sutskever stützte sich dabei maßgeblich auf Informationen von Mira Murati — ohne diese mit anderen Führungskräften wie Greg Brockman gegenzuprüfen. Murati selbst bezeugte unter Eid, dass Altman sie über Sicherheitsüberprüfungen eines neuen Modells belogen hatte. Der Haken: Sutskevers Fallkonstruktion ruhte damit auf einer einzigen internen Quelle, was die Robustheit seiner Entscheidungsgrundlage im Nachhinein fraglich erscheinen lässt.
Während Sutskever das Internet mied, entlud sich draußen eine beispiellose Krise. 95 Prozent der OpenAI-Belegschaft unterzeichneten einen Brief, in dem sie mit Kündigung drohten, sollte Altman nicht wieder als CEO eingesetzt werden. Microsoft schickte an jenem Sonntag ein Angebot, sämtliche OpenAI-Mitarbeiter zu übernehmen. Sutskever verpasste beides — und damit den Kontext, der seinen eigenen Entscheid innerhalb von Tagen obsolet machen würde. Ernsthafte Gespräche über eine Fusion von OpenAI mit dem Konkurrenten Anthropic standen laut Hintergrundinformationen ebenfalls im Raum. Als Sutskever schließlich wieder online war und die Lage erfasste, zog er seine Unterstützung für die Board-Entscheidung zurück. Seine Erklärung dafür vor Gericht: „I felt that, had I not done this, the company would be destroyed."
Sutskever verließ OpenAI offiziell im Mai 2024 — Monate nach Altmans Rückkehr im November 2023. Er hält weiterhin Anteile am Unternehmen und schätzte deren aktuellen Wert in seiner Zeugenaussage auf bis zu 7 Milliarden Dollar. Damit ist er einer der größten individuellen Anteilseigner eines Unternehmens, das er selbst mitgegründet hat und aus dem er ausgestiegen ist. Heute leitet er Safe Superintelligence Inc., ein auf KI-Sicherheit fokussiertes Unternehmen. Dass er in einem Verfahren aussagt, das die Frage in den Mittelpunkt stellt, ob OpenAI seinem ursprünglichen gemeinnützigen Auftrag treu geblieben ist, verleiht seiner Aussage eine besondere Schwere — schließlich war er zehn Stunden lang in einer Video-Deposition im Vorfeld des Prozesses befragt worden, bevor er persönlich erschien.
❓ Häufig gestellte Fragen
📰 Recherchiert auf Basis von 1 Primärquelle (businessinsider.com)
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